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Der Kunstrasen steht plötzlich im Offside


Kunstrasen Ja, aber nicht nur die Diegter sollen ihn bezahlen: Ein Referendumskomitee sammelt derzeit Unterschriften gegen den Finanzierungsentscheid der «Gmeini». Damit erhält das sportliche Projekt vorerst eine Auszeit .

Ans. Fussball spielen im Dunkeln: Geht nicht. Fussball spielen, wenn der Rasen zum Acker wird: Geht nicht. Nachwuchs fördern, wenn der Rasen nicht regelmässig bespielbar ist: Geht nicht.

Deshalb wollen die Diegter auf dem Fussballplatz des FC Diegten-Eptingen einen Kunstrasen inklusive Beleuchtung installieren. Doch das Vorhaben ist teuer: 1,45 Millionen Franken hat die Gemeindeversammlung vom Dezember dafür gesprochen. Zudem steuert der Kanton 400000 Franken bei, aus dem Kantonalen Sportanlagenkonzept Kasak II.

Übrig bleibt aber dennoch eine ganze Million Franken. Das ist zu viel für Diegten, argumentieren einige Einwohner, und sammeln seit vergangenem Donnerstag Unterschriften für das Referendum.

Denn der FC Diegten-Eptingen setzt sich nicht nur aus Diegter Einwohnern zusammen. Die Fussballer kommen aus dem ganzen Diegter- und Homburgertal. «Die anderen Gemeinden, deren Einwohner den Platz benutzen, sollen sich auch an den Kosten beteiligen», begründet Hugo Wenger vom Referendumskomitee die Unterschriftensammlung.

Es geht um Art der Finanzierung

Zudem habe sich während der Sammlung herauskristallisiert, dass viele Diegter eine Urnenabstimmung über den hohen Betrag begrüssen würden, so Wenger. Schliesslich wolle man sich nicht darauf verlassen, dass ein Verein an einer Gemeindeversammlung «seinen» Kredit einfach so durchwinke. Es gehe dem Komitee also nicht darum, den Rasenbau zu verhindern, sondern grundsätzlich um die Art der Finanzierung.

Rolf Gerber, Vize-Präsident des FC und Trainer der 1. Mannschaft, ist hingegen enttäuscht. «Das zögert den Bau des Rasens um mindestens drei Monate hinaus.» Dass der Kunstrasen kommen muss, stehe ausser Diskussion. Die Trainingsmöglichkeiten seien derzeit äusserst schlecht.

Darunter leide letztlich auch die Nachwuchsförderung. «Wir können die Masse von Junioren mit den jetzigen Verhältnissen kaum bewältigen», sagt Gerber. In allen Fussballvereinen sei die Nachwuchs-Warteliste sehr lang. Und ohne bessere Trainingsmöglichkeiten, so Gerber, sehe er für die Zukunft des Nachwuchses beim FC Diegten-Eptingen schwarz: «Der Rasen ist für uns deshalb überlebenswichtig.»

Noch steht das Referendum nicht; dafür braucht es in Diegten 101 Unterschriften aus der Bevölkerung. Doch Komitee-Mitglied Wenger wie Fussballer Gerber gehen beide davon aus, dass das Referendum zustande kommt – freilich mit unterschiedlichen Gefühlen.

Am neuen Konzept mitarbeiten

Sollte das Referendum dann an der Urne tatsächlich angenommen werden, würde das Komitee laut Wenger auch an einem neuen Finanzierungskonzept mitarbeiten – an dem auch andere Gemeinden beteiligt sein würden. Vorausgesetzt der Diegter Gemeinderat wünsche das.

Bestätigten die Diegter aber an der Urne den Kredit, breche für das Komitee keine Welt zusammen. «Dann steht die ganze Gemeinde klar hinter dem Projekt», sagt Wenger. Und mit diesem Wissen sei die Ausgangslage für den FC umso besser. (Volksstimme)

Link: http://www.volksstimme.ch/News.125+M59355602c08.0.html